Hrungnirs Kampf gegen Thor

Der Sage nach kämpfte Thor gegen Hrungnir. Die Sage geht so (Vorsicht, Spoilergefahr!):

Hrungnir hat einen wunderbaren Hengst mit Namen Gullfaxe. Eines Tages fordert der Steinriese Odin heraus. Er behauptet, dass Gullfaxe schneller laufen könne als selbst Sleipnir, Odins achtbeiniger Hengst und ein Sohn Lokis. Odin akzeptiert die Herausforderung und gewinnt auf Sleipnir. Weil Hrungnir ein so guter Verlierer ist, lädt Odin ihn zum anschließenden Festmahl ein.

Hrungnir betrinkt sich und beginnt zu drohen. Als er es zu toll treibt und sowohl Freya als auch Sif belästigt, ruft diese Thor zu Hilfe, der Hrungnir herausfordert. Da Hrungnir aber nicht bewaffnet ist, wird ein Zweikampf vereinbart. Hrungnir taucht zu diesem Kampf bewaffnet mit einem Schleifstein auf, begleitet von einem Lehmriesen. Thor kommt in Belitung von Thialfi, einem menschlichen Trell, der ihm überallhin folgt. Dessen Schwester Röskva spielt übrigens in meiner Geschichte eine Rolle. Aber das musst du selbst nachlesen.

Thor zertrümmert mit Mjöllnir Hrungnirs Schädel, aber das Bein des toten Riesen, das Thor im abgeschlagen hat, kommt beim Fall auf Thor zu liegen und hätte ihn fast erdrückt. Magni, zu diesem Zeitpunkt erst drei Jahre alt, kommt ihm zu Hilfe.

Soweit die Edda. Dieser Mythos ist eine der wenigen Stellen, die ich für Thrud frei interpretiert habe. In einem alten Skaldengedicht aus dem 9. Jahrhundert wird Hrungnir nämlich als „Þrúðar þjófr“ bezeichnet, der Räuber Thruds. Das ist aber wohl nicht wörtlich zu verstehen, sondern eine Doppeldeutigkeit. „Þrúðr“ bedeutet nämlich, wie ihr wisst, ganz einfach „Kraft“. Hrungnir wird also so umschrieben, weil er Thor kurzfristig seine Kraft geraubt und ihn hilflos gemacht hat.

Kanntest du den Mythos von Hrungnir?

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